Wir stillen voll – was das für mich bedeutet

Bevor das Jahr sich dem Ende neigt, wollte ich noch einfach mal festhalten, warum ich mich für das Stillen entschieden habe und was das für mich bedeutet.

Schon während meiner Schwangerschaft dachte ich über das Stillen nach. Ich wollte es auf jeden Fall ausprobieren – sollte es aber nicht funktionieren, würde ich mir keinen seelischen Stress bereiten und die Tatsache akzeptieren. Wenn ich mir das heute nochmal überlegen könnte, würde ich mich wieder sofort für das Stillen entscheiden und wenn es ein paar Probleme geben sollte, würde ich diese beseitigen so gut es geht 😉

Meine Beleghebamme wusste schon, dass ich stillen wollte und das KH, wo meine Tochter zur Welt kam, ist auch als stillfreundlich ausgezeichnet. Also aus dieser Sicht war alles im Lot. Meine Tochter wurde mir nach der Geburt erst zum sogenannten Bonding auf den Bauch gelegt und relativ schnell zum ersten Mal angelegt. Bis dahin hatte ich nicht viele Gedanken an das Stillen verschwendet, aber das erste Andocken war doch ein sehr intimer Moment, den ich mit meinem Mann und meiner besten Freundin teilen konnte und ich würde es nicht anders machen wollen 🙂

Leider lief das Stillen im KH nicht so toll. Das Problem lag darin, dass ich ein Stillprotokoll in die Hand gedrückt bekam, wo ich aufschreiben sollte, wann und wie lange ich gestillt hatte. Generell verstehe ich das, aber als frisch gebackene Mutter mit dem ersten Kind hat man andere Gedanken und Sorgen, als dieses Protokoll regelmäßig auszufüllen… Die Krankenschwestern waren auch sehr penetrant und schauten sehr oft nach und hielten mir immer wieder dieses doofe Protokoll vor die Nase. Was ich aber am schlimmsten fand: ich sollte meine Tochter dann nach spätestens 2 Stunden aufwecken. Das ging für mich gar nicht. Nicht, weil ich meine Ruhe wollte, sondern weil ich der Ansicht bin, dass mein Kind sich selbst meldet, wenn es Hunger hat. Warum soll ich es denn aus dem Tiefschlaf reißen? 🙁  Die Schwestern haben meine Tochter dann 2 mal aufgeweckt und mich beim Stillen beobachtet. Trinken konnte sie gut, aber das Anlegen und Stillen an sich tat mir einfach nur höllisch weh.

Zu hause wurde es auch nicht besser. Die ersten 3-4 Wochen ging ich wie am Krückstock und ich hatte regelrecht Panik, wenn meine Tochter ihre Hungeranzeichen machte (Hand in den Mund, schmatzen etc.). Nach dem Stillen brauchte ich dann auch obligatorisch einen Kühlakku und meine heißgeliebte Brustwarzensalbe von Lansinoh (kann ich nur empfehlen!). Auch eine Brustwarzenentzündung blieb nicht aus, die ich mit der Salbe und auch mit abpumpen auskuriert bekommen habe (lasst euch für die Pumpe ein Rezept vom Frauenarzt ausstellen und leiht euch diese in der Apotheke. Ich habe diese Pume von Medela geliehen und die ist einfach nur klasse!) Erst mit Unterstützung meiner Hebamme und einer Stillberaterin lief es immer besser und mittlerweile genieße ich das Stillen und die damit verbundenen Momente mit meiner Tochter ♥

Wir stillen voll nach Bedarf – also ohn jegliche Zufütterung von Pre-Nahrung, die man kaufen kann. Muttermilch ist so etwas wunderbares und die ganzen Inhaltsstoffe, die ich meiner Tochter so zukommen lassen kann, kann man chemisch gar nicht herstellen. Allein dieses Wissen lässt mich jedes mal vor Stolz anschwellen, wenn meine Tochter wieder so gut zugenommen hat und das nur von der Muttermilch 🙂

Stillen beudetet für mich auch eine unvergleichliche Nähe zu meiner Tochter. Gerade nachts, wenn wir dann stillen und es einfach nur harmonisch ist, grinse ich manchmal wie ein Honigkuchenpferd 😉 Stillen ist für mich das natürlichste auf der Welt, die Natur hat es so für uns eingerichtet und für mich gibt es nichts besseres.

Stillen bedeutet für mich, dem eigenen Körper zu zeigen, dass er jetzt etwas mehr arbeiten muss als vorher. Die Muttermilch wird aus dem Blut gebildet und geben dem Kind alles mit, was es braucht – inklusive wichtiger Antiviren (ja auch sowas) 😉 Auch die Rückbildung wird deutlich besser gefördert, bei mir war relativ früh alles wieder an seinen Platz.

Stillen bedeutet für mich, einen Rückzugsort zu haben, auch wenn man mal unterwegs ist. Öffentlich möchte ich (noch) nicht stillen. Deshalb suche ich mir immer einen Rückzugsort, auch damit meine Tochter sich voll und ganz auf mich konzentrieren kann und ich Ruhe dabei habe und diese Momente einfach genießen kann .-)

 

Das alles beudetet Stillen für mich ♥
Kommt gut in das neue Jahr!

 

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