Geburtsbericht meiner Tochter

Für mich selbst habe ich den Geburtsbericht meiner Tochter festgehalten und habe mich nun entschlossen, diesen hier zu bloggen. Die neugierigen unter euch dürfen ihn gerne lesen 🙂

Am 18.10.2016 war ich zum Wehenbelastungstest *) schon im KH ohne Auffälligkeiten, sodass ich wieder nach hause gefahren bin; die eine Nacht wollte ich noch im eigenen Bett schlafen. 😉

*) Ein Wehenbelastungstest sieht wie folgt aus:
Man wird ans CTG gehangen und der Körper bekommt mittels Wehentropf vermittelt, dass er Wehen hat. Das Ganze ist völlig schmerzfrei – man sieht unter diesem Test, ob das Kind im Mutterleib Stress entwickelt, wenn der Körper Wehen hat.

Am nächsten Tag ging es dann gegen mittag wieder ins KH. Meine Hebamme und ich trafen uns dort und ich bekam eine Art Tampon mit dem Hormon Prostaglandin vor den Muttermund gelegt. Dieses Hormon sollte den Muttermund öffnen und die Wehen einleiten. Nach hause durfte ich dann leider nicht mehr, also bezog ich mein Zimmer. Dies war ein 2-Bett-Zimmer und wie sich herausstellte, war es eines der Privatzimmer, die eigtl Aufpreis kosten. Aber da wohl kein Bett mehr frei war, durfte ich dann ohne Umkosten dort rein 😀
Meine „Zellengenossin“ hatte ihren Wurm schon im Arm, auch mittels Einleitung bekommen und wir haben uns gut verstanden und  viel unterhalten. Mein Mann war natürlich auch mit dabei und ist gegen 19 Uhr wieder nach hause gefahren. Denn wann und ob es überhaupt losgeht, wussten wir ja nicht und er konnte von meiner Seite aus ruhig wieder nach Hause, denn da waren ja noch Katzen und Hühner zu versorgen 😉

Ja und dann fingen gegen 21 Uhr dezente Wehen an. Es war für mich einfach nur ein leichtes Ziepen im Unterleib, sodass ich noch keinen Grund sah, irgendwen darüber zu informieren. Die richtigen Schmerzen fingen dann gegen 0 Uhr am 20.10.2016 an, sodass ich die Hebamme, die nachts im KH war um ein Schmerzmittel bat. Der Muttermund war immerhin zu diesem Zeitpunkt ca. 2 cm offen. Immerhin tat sich was, dachte ich bei mir…
Ich bekam dann 2 Zäpfchen (Buscopan und Paracetamol glaube ich), die aber sprichtwörtlich für den Hintern waren; die Wehen wurden immer schlimmer und ich fing an, im Zimmer zu veratmen.

Das ganze zog sich dann bis ca. 6 Uhr, bis ich es nicht mehr aushielt. Also ab ans CTG und die Nacht-Hebamme rief meine Beleghebamme an, dass sie sich langsam auf den Weg machen könne. CTG war in Ordnung, der Muttermund war bei ca. 5 cm und ich hatte einfach nur Schmerzen, sodass ich dann auch nach einer PDA fragte.

Die PDA war bei mir ein echter Krimi 🙁 Es dauerte gut 15 Minuten, bis sie endlich richtig saß und das ging auch nur, als meine Beleghebamme bei mir war. Ich konnte einfach nicht ruhig sitzen und einen krummen Rücken machen, dieses eklige Gefühl schon allein von der Betäubungsspritze in den Rücken war für mich der absolute Horror. Doch irgendwann hatten wir es geschafft und als meine Hebamme das Schmerzmittel spritzte, konnte ich endlich wieder entspannt aufatmen. Inzwischen hatten wir ca. 8 Uhr und ich rief meinen Mann an. Er könne sich auch langsam aufmachen, ohne Stress, aber es würde wohl bald ernst werden. Mein Mann rief dann meine BF an, sie wollte ja auch bei der Geburt dabei sein und dann wartete ich auf die beiden.

Als die beiden kamen, lag ich relativ entspannt im Kreißsaal (dank der PDA). Leider ging es immernoch nicht richtig voran mit den Wehen, sodass ich an den Wehentropf kam. Nach einiger Zeit stellte sich heraus, dass die Herztöne unserer Kleinen immer abfielen, wenn eine Wehe kam. Meine Hebamme rief dann die Oberärztin; es sollte ein Blutstropfen vom Kopf der Kleinen entnommen werden um zu schauen, ob genug Sauerstoff im Blut sei. Wäre dies nicht der Fall, müsse eine Sectio (Kaiserschnitt) in Betracht gezogen werden. Gott sei Dank war aber alles in bester Ordnung, sodass wir dann weiter abgewartet haben und ich nochmal nach Schmerzmittel fragte, als die PDA abklang.

Irgendwann (ich schätze mal so gegen 12 Uhr) wurden die Wehen trotz PDA immer stärker und ich habe mit meiner Hebamme laut getönt, damit die Kleine den Weg nach draußen findet. Dann ging gefühlt alles sehr schnell. Ich habe vor mich hin getönt und meine Hebi fühlte noch 2mal, wie weit die Kleine schon sei. Der Muttermund war schon seit geraumer Zeit vollständig geöffnet und dann kam endlich die ersehnte Aussage meiner Hebi: Ich sollte nach der nächsten Wehe in den Vierfüßlerstand gehen.
Diese Worte waren wie Musik in meinen Ohren, denn ich war an meiner Grenze und wollte einfach nicht mehr. Ich ging also in den Vierfüßlerstand und sollte bei jeder Wehe fleißig pressen. Es waren 3 oder 4 Wehen und ich spürte immer mehr, wie meine Tochter durch den Geburtskanal rutschte. Ich schrie bei den Presswehen meinen Schmerz hinaus und irgendwann war der Kopf tatsächlich draußen. Jetzt noch einmal für den Körper, sagte meine Hebi und ich konnte nur flüstern, dass ich das nicht mehr schaffe. Ich war am Ende meiner Kräfte. Mein Mann, meine BF und meine Hebi gaben mir aber mit ganz lieben Worten die Kraft für ein letztes Mal pressen.

Und da war sie. Unsere Tochter. Ich brauchte einen Moment für mich und hörte nach wenigen Augenblicken schon ihren gesunden Schrei. Auch sonst war sie quietschfidel und der Apga lag bei 10/10/10. Dann kam schon die Plazenta und meine Hebi und die Oberärztin waren sehr zufrieden.

Ich bin übrigens nicht gerissen hatte nur eine leichte Schürfung am Damm, die ich aber nie gespürt habe. Ich schiebe das ganze mal auf den EPI-NO, mit dem ich ja den Geburtskanal „trainiert“ habe (hierzu kommt eventuell bald ein eigener kleiner Bericht). Wer weiß, was ohne passiert wäre, aber so bin ich sehr froh über meine Kaufentscheidung.

Ja und nun sind wir nie wieder zu zweit und ich habe manchmal meine Momente, wo ich einfach nur vor Glück weine. Besonders wenn mein Mann unsere Tochter total verliebt ansieht und ihr dauernd Komplimente macht auch jetzt gerade, wenn ich das hier schreibe, laufen wieder die Tränen 🙂

Abschließend sage ich: es war eine anstrengende Geburt, aber ich bin so glücklich, dass doch keine Sectio nötig war und ich das durchgezogen habe. Und es stimmt tatsächlich: der Schmerz ist so schnell vergessen, doch die Liebe bleibt ♥

109 Gedanken zu „Geburtsbericht meiner Tochter

  1. Debbi Massar sagt:

    There are some interesting cut-off dates on this article but I don’t know if I see all of them center to heart. There is some validity however I will take maintain opinion till I look into it further. Good article , thanks and we want extra! Added to FeedBurner as nicely

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